Muster und Determinanten der Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen in Deutschland: Eine Längsschnittanalyse anhand von Daten der NAKO Gesundheitsstudie

KeyNAKO-1257

Project leadLukas Lange-Drenth

Approval date16.02.2026

Published date04.08.2026

SummarySoziale Unterschiede in der Inanspruchnahme medizinischer Leistungen und präventiver Angebote sind in Deutschland gut belegt. Gleichzeitig ist bislang wenig darüber bekannt, ob sich wiederkehrende, über mehrere Versorgungsbereiche hinweg konsistente Muster der Gesundheitsversorgung („Versorgungstypen“) in der Allgemeinbevölkerung identifizieren lassen – und wie diese Muster mit prädisponierenden Faktoren (z. B. Alter, Geschlecht, Bildung), ermöglichenden Faktoren (z. B. Einkommen, Versicherungsstatus, soziale Unterstützung) sowie bedarfsbezogenen Faktoren (z. B. Morbidität, wichtige Erkrankungen, subjektive Gesundheit) zusammenhängen. In diesem Projekt nutzen wir Daten der NAKO Gesundheitsstudie, um Versorgungstypen zu bestimmen und zu beschreiben. Die Typenbildung basiert primär auf Variablen zur Inanspruchnahme medizinischer Leistungen (u. a. Hausarzt- und Facharztkontakte sowie weitere versorgungsbezogene Indikatoren). Anschließend werden die identifizierten Versorgungstypen durch Präventions- und Früherkennungsmaßnahmen charakterisiert (z. B. Darmkrebsfrüherkennung, Hautkrebsscreening, Mammographie, Zervixabstrich, Prostata-Früherkennung sowie weitere im Instrumentarium erfasste Maßnahmen). Zur Einordnung und Erklärung der Versorgungstypen analysieren wir Prädiktoren entlang des Andersen-Modells (prädisponierende, ermöglichende und bedarfsbezogene Faktoren). Darüber hinaus prüfen wir, ob die zu Baseline identifizierten Versorgungstypen mit der Inzidenz wichtiger Erkrankungen im Verlauf (insbesondere kardiovaskuläre Erkrankungen, Stoffwechselerkrankungen und Tumorerkrankungen, basierend auf der ca. 2,5-Jahres-Nachbefragung) assoziiert sind. Für die longitudinale Fragestellung werden Veränderungen der Versorgungstypen zwischen Baseline und Follow-up untersucht. Die Ergebnisse sollen eine empirische Grundlage liefern, um potenzielle Unter- bzw. Überinanspruchnahme (niedrige Nutzung trotz hohen Bedarfs bzw. hohe Nutzung trotz niedrigen Bedarfs) zu erkennen und Ansatzpunkte für zielgerichtete Präventions- und Versorgungsstrategien abzuleiten.

Keywords-

InstitutionsUniversitätsklinikum Hamburg Eppendorf, University Medical Center Hamburg-Eppendorf, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

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