SummaryKörperliche Aktivität fördert die Prävention und den Behandlungserfolg von zahlreichen chronischen Krankheiten. Das körperliche Bewegungsverhalten weltweit ist aber unzureichend, i. S. dass ein hoher Anteil der Bevölkerung die Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation nicht erfüllt. Es besteht hinreichend Evidenz, dass körperliche Inaktivität einen Risikofaktor für verschiedene Surrogatparameter sowie klinische Endpunkte der Gesundheit über die gesamte Lebensspanne darstellt. Unabhängig von der Intensität weist körperliche Aktivität jedoch einen gesundheitsbezogenen Vorteil gegenüber langen Sitzzeiten auf.
Warum Menschen unzureichend körperlich aktiv sind, kann verschiedene individuelle Gründe haben. Einzelne dieser Komponenten werden in der Literatur diskutiert. Dazu gehören die Wohnregion (z. B. ländlich versus städtisch), soziodemografische Faktoren (z. B. Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status) sowie die Zusammensetzung des Haushalts (z. B. Anzahl jüngerer Kinder im Haushalt). Studien fokussieren sich häufig nur auf einzelne Faktoren und lassen mögliche Interaktionen zwischen den Faktoren unberücksichtigt (= intersektionaler Ansatz). Detaillierte Analysen von möglichen Interaktionen zwischen Merkmalen gesundheitlicher Ungleichheit und körperlichen Bewegungsverhalten können dazu beitragen kardiovaskulär und metabolisch vulnerable Personengruppen zu identifizieren.
Die Nationale Gesundheitsstudie (NAKO) ist eine große epidemiologische Langzeitstudie zur Erforschung von verschiedenen Volkskrankheiten in Deutschland, die unter anderem das körperliche Bewegungsverhalten als einen wichtigen lebensstilbezogenen protektiven Gesundheitsfaktor mit Hilfe von gerätegestützten Messungen (= Akzelerometer) erhoben hat. Daten von Akzelerometer werden zumeist als präzisere Schätzungen von körperlichen Bewegungsverhalten im Vergleich zu Selbstberichten angesehen und bieten damit die Möglichkeit, Fragestellungen zu Zusammenhängen von körperlichen Bewegungsverhalten und kardiovaskulärer sowie metabolischer Gesundheit unter Berücksichtigung von Merkmalen gesundheitlicher Ungleichheit zu analysieren.
Keywords
Bewegungsverhalten
Intersektionalität
Regressionsanalyse
Wohnregion
kardiovaskuläre-Gesundheit
körperliche-Aktivität
metabolische-Gesundheit
sozioökonomischer-Status
viszerales-Fett
InstitutionsUniversitätsmedizin Greifswald, Universität Regensburg, University of Freiburg, Deutsches Krebsforschungszentrum, Studienzentrum Berlin-Mitte (Charité), Universitätsmedizin Greifswald, ICM, SHIP-KEF, Universitätsklinikum Freiburg, Universitätsmedizin Greifswald, Institut für Community Medicine, Abtlg. SHIP-KEF